Leipzig goes Dresden 2014 – Gegen jeden Geschichtsrevisionismus

Der Winter beginnt und der 13.2. rückt näher. Noch immer ist der Naziaufmarsch in Dresden noch nicht Geschichte, noch immer trägt das offizielle Gedenken an die Bombennacht 1945 geschichtsrevisionistische Züge. Wir halten es weiterhin für wichtig am 13.2. nach Dresden zu fahren und der Verdrehung von Opfern und Täter*innen des Nationalsozialismus unseren Protest entgegenzubringen. Infoveranstaltung in Leipzig am Mittwoch, 5.2.2014, 18:00 Treffpunkt Ziegenledersaal am Stura

Das neonazistische „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ hat in diesem Jahr laut Medienberichten lediglich ab 18 Uhr eine Kundgebung vor der Frauenkirche angemeldet. Diese müssen die Nazis aller Voraussicht nach juristisch durchsetzen, denn das Sächsische Versammlungsgesetz lässt zu Aufzüge an diesem Datum und Ort zu verbieten. Mittlerweile wurde die Kundgebung verboten, die Nazis klagen, ein alternativer Versammlungsort wird erst kurzfristig feststehen. Auch Alternativ-Aufmärsche an verschiedenen Tagen und Orten, wie z.B. am 15.2. in Karlovy Vary in Tschechien (siehe auch hier).
Neben Chemnitz (um 5.3.) und Plauen (um den 10.4.) bleibt Dresden für die NS-affinen Nazis weiterhin ein wichtiger Termin im Kalender. In den vergangenen drei Jahren wurde ihnen ihre geschichtsrevisionistische Manifestation durch Blockade-Aktionen allerdings gehörig vermiest.
Insbesondere die Proteste im Jahr 2011 sprechen allerdings auch die Sprache staatlicher Repression gegen Nazigegner*innen. Erinnert sei an die Prozesse gegen den Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König und gegen Tim, der im Januar 2013 zu 22 Monaten Haft wegen Körperverletzung, besonders schweren Landfriedensbruchs und Beleidigung verurteilt wurde. Auch ein weiterhin vor sich hin dümpelndes Ermittlungsverfahren nach § 129 (Bildung von kriminellen Vereinigungen) und ein neu eröffnetes Verfahren gegen einen jungen Mann wegen versuchten Totschlags verdeutlichen, dass sich der sächsische Staat nicht gefallen lässt, wenn Menschen sich selbst ermächtigen und sich aktiv menschenfeindlichen Aufmärschen widersetzen.
Es gibt genug Gründe sich auch in diesem Jahr nach Dresden zu bewegen und gegen Nazis, bürgerliches Gedenken und eine staatlichen Politik, die Widerspruch mit Gewalt und Strafverfolgung begegnet, zu protestieren.

Das Bündnis „Dresden nazifrei“ lädt am 13.2. ab 14 Uhr wieder zum „Mahngang Täterspuren“ ein. Mit der Route ab Schützenplatz über Wettiner Platz, Ammonstraße und Budapester Straße bis zum Hauptbahnhof sollen Orte besucht werden, an denen Menschen Zwangsarbeit leisten mussten oder gefangen gehalten wurden. Die Demonstration läuft auch an Wohn- und Arbeitsstätten von NS-Funktionären entlang.

15 Uhr findet die offizielle Trauerveranstaltung auf dem Dresdner Heidefriedhof statt.

Und später heißt es „Wieder Setzen! Nazis blockieren!“.

>>> Um von Leipzig nach Dresden zu gelangen gibt es die Möglichkeit der gemeinsamen Busreise. Tickets gibt es für 5 Euro im el libro (Bornaische Straße 3d) und in der Vleischerei (Zschochersche Straße Ecke Karl-Heine-Straße).
>>> Am
Mittwoch, 5.2. 18:00 Uhr wird es in der Universität, Seminargebäude eine Info-Veranstaltung geben. Treffpunkt: Ziegenledersaal am Stura.
>>> Am Donnerstag, 6.2. gibt es im Conne Island, Koburger Str. 3 eine Lesung aus dem Buch “Gedenken abschaffen”, veranstaltet von der AKP
>>> Mobi-Material gibt es ab sofort im linXXnet, Bornaische Str. 3d.