Kurzer Rückblick 13.02.

Am 13.02. sind knapp 1300 Nazis (genau: 1291) eine verkürzte Route südlich des Hauptbahnhofs entlangmarschiert. Entlang der Route haben Tausende Menschen gegen den Aufmarsch protestiert. Eine Verhinderung des Aufmarschs, gegen den unter anderem das Bündnis Dresden Nazifrei mobilisierte, gelang jedoch nicht. Eine zuvor verbotener antifaschistischer Stadtrundgang unter dem Titel „Täterspuren“ wurde als Spontankundgebung abgehalten. Eine weitere verbotene antifaschistische Kundgebung an der HTW Dresden fand nicht statt, die antifaschistischen AkteurInnen wichen stattdessen auf andere Orte, darunter eine weitere spontan angemeldete Kundgebung, aus. Die Stadt Dresden und die Polizei haben mit ihrem Konzept der räumlichen Trennung damit erneut bewiesen, dass antifaschistischer Protest und Engagement gegen Nazis nicht erwünscht sind.

Neben dem Naziaufmarsch und den Protesten gegen diesen, gab es in Dresden mehrere Aktionen gegen geschichtsrevisionistische Gedenkveranstaltungen, bei denen jedes Jahr tausende Menschen den „deutschen Opfern“ der Bombardierung und damit „den deutschen Opfern des Krieges“ gedenken. Dagegen riefen unter anderem der Initiativkreis Keine Versöhnung mit Deutschland wie auch der Zusammenschluss Dresden Opferfrei auf.

Auf dem Heidefriedhof in Dresden, auf welchem in einem Stelenkreis Auschwitz und andere Konzentrationslager mit der Bombardierung gleichgesetzt werden, protestierten circa 40 Personen gegen die gemeinsame Gedenkprozession von BürgerInnen, PolitikerInnen, Bundeswehr und Nazis. Mit zwei Transparenten sowie Rufen wie „Deutsche Täter sind keine Opfer“ wurde das Gedenken kurzzeitig gestört. Viele Antifaschist/innen kamen unterdies gar nicht erst auf das Friedhofsgelände, weil sie von der „Stadt Dresden nicht erwünscht“ seien. Über 100 Nazis hatten hingegen Problemlos Zugang zum Friedhof. Nach kurzer Zeit wurden die Protestierenden von der Polizei abgedrängt, welche anschließend Personalien aufnahm.

Bei der „symbolischen Menschenkette“ der Stadt Dresden bildete sich zudem punkt 14:00 Uhr eine Spontandemonstration heraus. Rund 150 bis 200 Personen verließen demonstrativ die Menschenkette am Altmarkt und zogen mit Sprechchören und Transparenten zum Neumarkt.

Am Abend des Tages gab es zudem ein Feuerwerk unweit der Frauenkirche, wo mit Glockengeläut ein stilles Gedenken an die „deutschen Opfer“ stattfinden sollte.

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